Die Arbeit, die geht schnell voran…

Zach Urity sah sich um. Er stuppste seinen Kollegen an.
„Sieht doch gut aus“, meinte er.
Der Kollege, Bjarne Buchholz, zuckte kurz zusammen. Die beiden waren nun verantwortlich für die letzte Phase des Ausbaus. Genauer gesagt war es ihre Aufgabe, dem ganzen den letzten Schliff zu geben. Auch Bjarne betrachtete sich nun das Ensemble an Gebäuden, vor dem die beiden standen. Rechts neben ihnen befand sich ein kleines Gebäude, das einmal ein Zollhäuschen war. Die Schranke, die hier stand, zeugte noch davon. Direkt daneben Wohngebäude 2, auf der linken Seite, von ein paar Bäumen verdeckt, das große Hauptgebäude, genauso wie Gebäude 2 ein historisches Haus. Und direkt in ihrer Blickrichtung das neue Gebäude 3. Das Hauptgebäude hatte zwei Stockwerke und zwei Dachgeschosse. Das Dach war ein für den Schwarzwald typisches Halbwalmdach. Gebäude zwei war eher klassisch, rechteckiger Bau, zwei Stockwerke und ein Dachgeschoss. Es hatte auch keine Holzfassade, sondern war aus Stein. Gebäude 3 hatte ein Stockwerk und zwei Dachgeschosse.

Bild: Thorsten Reimnitz

„Ja, sieht gut aus“, bestätigte Bjarne. „Wie lange wurde jetzt daran gebaut?“
„Vier Jahre“, meinte Zach. „Hatte alles einen schweren Start. Aber wir haben es geschafft.“
„Ich will ja nicht irgendwie… dumm klingen“, begann Bjarne langsam, „aber… ich habe jetzt einige Zeit hier gearbeitet, mit all der historischen Bausubstanz und so… und niemand hat mir jemals genau erklärt, was das hier mal war. Also ursprünglich, verstehst Du?“
Zach nickte. „Versteh schon. Hast Du nicht mal nachgefragt?“
„Ja, aber niemand hatte wirklich Zeit. Und das die ganzen letzten Jahre.“
„Das Internet ist Dir ein Begriff?“
„Oh, Du meinst, ich hätte es googeln sollen?“
„Wäre eine Möglichkeit gewesen. Aber okay, wenn Du genau Bescheid wissen willst, dann erzähle ich Dir gern was. Anschließend müssen wir mit dem Umräumen anfangen.“
„Klar! Schieß los!“

Damit begann Zach zu erzählen. Das Gebäudeensemble war als „Mühlenhof“ bekannt, ein Versorgungshof für die Burg Hohenkrabbstein oben auf dem Berg, von der nun nur noch eine Ruine übrig war. Außerdem befand sich hier die Zollstation derer von Hohenkrabbstein. Wie der Name verriet, handelte es sich hierbei nicht nur um einen Bauernhof, sondern auch um eine Mühle, die hinter dem jetzigen Hauptgebäude im Wald stand. Damit waren die Hohenkrabbsteiner einst gut versorgt. Nachdem die Burg aufgegeben wurde, bestand der Hof weiter, als Gasthaus und Unterkunft und Versorgungshof für die nächste Burg, die die Hohenkrabbsteiner auf der anderen Seite des Tals bauten, aber nicht ganz so hoch. Auch diese wurde aufgegeben und beherbergte nun das HEXAPHYRON, die große Datensammlung von ASTROCOHORS.

Der Mühlenhof im Seeweiler Tal bestand als Gasthaus noch lange weiter, aber vor zehn Jahren war einfach Schluss. Die Betreiber wollten nicht mehr weitermachen. Dann stand das Ensemble lange Zeit leer, bevor ihm nun seit vier Jahren wieder Leben eingehaucht wurde.

„Wow!“, sagte Bjarne, „also fast ein historischer Ort.“
„Oh, durchaus ein historischer Ort“, erwiderte Zach, „es heißt, der bekannte Kaufmann Retho vom See habe hier übernachtet, nachdem der Hof auch Gasthaus geworden war.“
„Und jetzt wird es neue Zentrale für diese Abteilung von ASTROCOHORS SOLAR. Spannende Sache.“
„Ja, alles was wir noch bräuchten, wäre eine vernünftige Bahnanbindung.“
„Aber die Bahn verläuft doch da lang, oder nicht?“
„Aber sie hält nicht. Ansonsten könnte man von hier bis zur BASIS ATLANTIS mit dem Zug fahren.“

Zach blickte nachdenklich in die Ferne. Dann gab er sich einen Ruck. „Auf geht’s!“, sagte er. „Die Gebäude sind fertig, wir müssen uns jetzt um das Innenleben kümmern!“

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